Raumluft zuhause prüfen: Welche Messung beantwortet welche Frage?
CO₂, Luftfeuchtigkeit, Feinstaub oder Schadstoffe – wer die Luftqualität zuhause messen möchte, sollte wissen, welche Messgeräte tatsächlich welche Belastungen erfassen.
Raumluft messen: Welche Werte sind wirklich wichtig?
Wir verbringen einen großen Teil unseres Alltags in geschlossenen Räumen. Ob im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Homeoffice – die Qualität der Raumluft kann unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit beeinflussen.
Doch woran erkennt man eigentlich gute Luft? Und reicht ein einfaches Raumluftmessgerät aus, um mögliche Belastungen festzustellen?
Die Antwort hängt davon ab, was genau untersucht werden soll. Denn nicht jedes Messgerät erfasst dieselben Stoffe oder Eigenschaften der Raumluft.
1. CO₂ messen: Wann sollte gelüftet werden?
Kohlendioxid (CO₂) entsteht unter anderem beim Atmen und kann sich in schlecht belüfteten Räumen anreichern. Ein CO₂-Messgerät hilft dabei, den Luftaustausch einzuschätzen und geeignete Lüftungszeitpunkte zu erkennen. Besonders in Schlafzimmern, Büros oder stark genutzten Wohnräumen kann eine CO₂-Messung sinnvoll sein.
Wichtig: Ein niedriger CO₂-Wert bedeutet nicht automatisch, dass die Raumluft frei von anderen Schadstoffen ist.
2. Luftfeuchtigkeit messen: Schimmel vorbeugen
Eine dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit kann die Entstehung von Schimmel begünstigen. Zu trockene Luft wird dagegen häufig als unangenehm empfunden.
Mit einem Hygrometer lassen sich Luftfeuchtigkeit und meist auch Raumtemperatur einfach kontrollieren.
Als grobe Orientierung gelten in vielen Wohnräumen etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit als angenehmer Bereich. Entscheidend für das Schimmelrisiko sind jedoch auch die Temperaturen an Wänden und anderen Oberflächen.
Besonders in Schlafzimmern, Badezimmern und Kellerräumen lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle.
3. Feinstaub messen: Wie viele Partikel befinden sich in der Luft?
Feinstaub besteht aus kleinen Partikeln, die beispielsweise durch Kochen, Kerzen, Kaminöfen oder von draußen in die Raumluft gelangen können. Feinstaubmessgeräte erfassen häufig Partikelkonzentrationen wie PM2,5 oder PM10.
Damit lässt sich beispielsweise untersuchen, wie sich bestimmte Tätigkeiten auf die Partikelbelastung auswirken. Die Aussagekraft hängt allerdings von der Qualität und dem Messverfahren des jeweiligen Geräts ab.
4. VOC messen: Schadstoffe aus Möbeln und Materialien erkennen
Neue Möbel, Farben, Lacke, Reinigungsmittel und verschiedene Baustoffe können flüchtige organische Verbindungen (VOC) an die Raumluft abgeben.
Einige Raumluftsensoren zeigen hierfür einen sogenannten TVOC-Wert an.
Dieser kann Hinweise auf Veränderungen der Raumluft liefern. Allerdings können einfache TVOC-Sensoren in der Regel nicht zuverlässig bestimmen, welche einzelnen Stoffe vorhanden sind.
Bei einem konkreten Schadstoffverdacht, beispielsweise auf Formaldehyd, ist deshalb eine gezielte Untersuchung mit einem geeigneten Messverfahren sinnvoll.
5. Radon messen: Eine unsichtbare Belastung aus dem Erdreich
Neben CO₂, Feinstaub und chemischen Schadstoffen gibt es eine weitere mögliche Belastung der Raumluft: Radon.
Das natürlich vorkommende radioaktive Edelgas entsteht im Boden und kann über Undichtigkeiten in Gebäude gelangen.
Besonders in Keller- und Erdgeschossräumen können erhöhte Konzentrationen auftreten. Eine langfristige Radonbelastung erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
Da Radon weder sichtbar noch riechbar ist, lässt sich die Konzentration ausschließlich durch eine geeignete Messung feststellen.
Hierfür werden spezielle Radonmessgeräte oder passive Radonexposimeter verwendet. Ein gewöhnlicher CO₂-, Feinstaub- oder VOC-Sensor kann Radon nicht erfassen.
In Deutschland gilt für Aufenthaltsräume ein gesetzlicher Referenzwert von 300 Bq/m³ im Jahresmittel.
Welches Messgerät brauche ich für meine Raumluft?
Welche Messung sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Fragestellung ab.
Wer wissen möchte, wann gelüftet werden sollte, kann ein CO₂-Messgerät einsetzen. Zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit genügt häufig ein Hygrometer.
Bei Verdacht auf Feinstaub oder chemische Schadstoffe sind dagegen spezielle Messverfahren erforderlich.
Und wer die Radonkonzentration im eigenen Zuhause überprüfen möchte, benötigt ein dafür geeignetes Radonmessgerät.
Fazit: Gute Raumluft beginnt mit der richtigen Messung
Die Luftqualität in Wohnräumen lässt sich nicht mit einem einzigen Messwert vollständig beurteilen.
CO₂, Luftfeuchtigkeit, Feinstaub, chemische Schadstoffe und Radon beschreiben unterschiedliche Eigenschaften beziehungsweise Belastungen der Raumluft.
Deshalb ist es sinnvoll, zunächst die eigene Fragestellung zu klären und anschließend das passende Messverfahren auszuwählen.
Sie möchten wissen, ob Radon in Ihrem Zuhause ein Thema sein könnte?
Mit dem kostenfreien Radon-Risikocheck von RadonTec erhalten Sie eine erste Einschätzung des regionalen Radonpotenzials. Die tatsächliche Radonkonzentration in Ihrem Gebäude lässt sich anschließend mit einer Radonmessung bestimmen.
→ Kostenlosen Radon-Risikocheck durchführen
https://radontec.de/radon/radonlandkarte/radonkarte-deutschland#risikocheck
→ Radonmessgeräte für Zuhause entdecken