Lungenkrebs bei Nichtrauchern: Welche Rolle spielt Radon?
Lungenkrebs gilt vor allem als Folge des Rauchens. Tatsächlich bleibt Tabakkonsum der mit Abstand wichtigste Risikofaktor. Doch auch Menschen, die nie geraucht haben, können an Lungenkrebs erkranken.
Ein aktueller Bericht des österreichischen Nachrichtenmagazins NEWS über die Erkrankung von Papst Leo XIV. lenkt die Aufmerksamkeit auf dieses Thema. Dem Bericht zufolge wurde bei ihm ein sogenanntes Adenokarzinom der Lunge festgestellt.
Doch wie entsteht Lungenkrebs bei Nichtrauchern und welche Rolle spielen dabei Umweltfaktoren wie Radon?
Warum erkranken auch Nichtraucher an Lungenkrebs?
Lungenkrebs kann unterschiedliche Ursachen haben. Neben dem Rauchen gelten unter anderem Luftverschmutzung, Passivrauchen, bestimmte berufliche Schadstoffbelastungen und Radon als relevante Risikofaktoren.
Auch genetische Faktoren können die Entstehung einer Erkrankung beeinflussen.
Besonders häufig tritt bei Menschen, die nie geraucht haben, das sogenannte Adenokarzinom auf. Dabei handelt es sich um eine Form des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses, die aus Drüsenzellen beziehungsweise schleimbildenden Zellen der Lunge hervorgeht.
Laut einer im NEWS-Artikel aufgegriffenen Analyse der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) entfallen etwa 53 bis 70 Prozent der Lungenkrebsfälle bei Menschen, die nie geraucht haben, auf diese Krebsform.
Radon – ein oft unterschätzter Risikofaktor bei Lungenkrebs
Während die gesundheitlichen Folgen des Rauchens allgemein bekannt sind, ist Radon vielen Menschen kaum ein Begriff.
Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. Es entsteht im Boden und kann über Risse, Fugen und andere Undichtigkeiten in Gebäude gelangen.
Dort kann es sich insbesondere in bodennahen Räumen anreichern. Beim Einatmen gelangen Radon und seine radioaktiven Zerfallsprodukte in die Atemwege. Die dabei entstehende Strahlenbelastung kann langfristig das Lungenkrebsrisiko erhöhen.
Radon gilt nach dem Rauchen als eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Lungenkrebs.
Das Risiko hängt unter anderem von der Radonkonzentration und der Dauer der Belastung ab. Besonders hoch ist es bei Menschen, die zusätzlich rauchen.
Kann auch mein Zuhause von Radon betroffen sein?
Grundsätzlich kann Radon in jedem Gebäude auftreten – unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder ein älteres Haus handelt.
Wie hoch die tatsächliche Radonkonzentration ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die geologischen Bedingungen am Standort, die Bauweise und die Lüftungssituation.
Selbst benachbarte Häuser können unterschiedliche Radonwerte aufweisen.
Das Problem: Radon ist weder sichtbar noch riechbar. Eine erhöhte Konzentration lässt sich deshalb nicht ohne Messung erkennen.
In Deutschland gilt für Aufenthaltsräume ein gesetzlicher Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) im Jahresmittel. Dieser Wert ist keine gesundheitliche Unbedenklichkeitsgrenze, sondern ein Maßstab für die Bewertung und Reduzierung erhöhter Radonkonzentrationen.
Wie lässt sich die Radonbelastung überprüfen?
Wer wissen möchte, ob Radon im eigenen Zuhause ein Thema sein könnte, kann zunächst die regionale Radonsituation prüfen.
Der kostenfreie Radon-Risikocheck von RadonTec bietet anhand der Postleitzahl eine erste Orientierung.
Eine zuverlässige Aussage über die Radonkonzentration in einem bestimmten Gebäude ist allerdings nur durch eine Messung möglich.
Hierfür eignen sich beispielsweise passive Radonexposimeter zur langfristigen Bestimmung der durchschnittlichen Radonkonzentration. Digitale Radonmessgeräte ermöglichen zusätzlich, zeitliche Veränderungen der Messwerte zu beobachten.
Werden erhöhte Konzentrationen festgestellt, lässt sich die Radonbelastung in vielen Fällen durch geeignete bauliche oder technische Maßnahmen reduzieren.
Lungenkrebsprävention geht über das Nichtrauchen hinaus
Nicht zu rauchen ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um das persönliche Lungenkrebsrisiko zu senken. Dennoch können auch Nichtraucher erkranken.
Neben Faktoren, die sich nur begrenzt beeinflussen lassen, gibt es Risiken, gegen die man aktiv vorgehen kann.
Dazu gehört Radon in Innenräumen.
Eine Radonmessung schafft Klarheit über die tatsächliche Belastung und bildet die Grundlage für mögliche Schutzmaßnahmen.
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